Attischer Kolonettenkrater mit Abschiedsszene

Kulturraum: Griechisch/attisch
Periode: 550-510 v. Chr.
Material: Terrakotta
Dimensionen: 29.2 cm x 36 cm
Preis: 72.000 Euro
Ref: 2269
Provenienz: Privatsammlung Sammlung Jacques Malatier (1926-2017), erworben am 11. Juli 1988 bei Sotheby’s London, Los 110. Publiziert im Beazley Archive Oxford unter der Vase Number 41555.
Erhaltung: Abgesehen von winzigen Bestoßungen am Rand intakt und von hervorragender Qualität.
Beschreibung: Prachtvoller Kolonettenkrater mit schwarzfiguriger Malerei. Die erste Seite zeigt den Abschied eines Kriegers mit Petasos (Reisehut) und Schild am Rücken als dieser gerade seinen von einem Vierergespann gezogenen Wagen besteigt. Er hält bereits die Zügel in den Händen und hat den Blick auf die Pferde gerichtet. Dem Krieger zugewandt eine Frau, wohl die Mutter, im langen Kleid mit Haarband. Hinter ihr ein alter Mann mit langem weißen Haar und Bart, der einen Stab hält und mit der anderen erhobenen Hand nach oben – quasi in die Zukunft – deutet. Die vier Pferde mit prachtvollen roten Mähnen, ein Paar mit leicht angehobenen Köpfen, das andere mit nach vorne ausgerichteten Häuptern. Vor den Pferden steht eine weitere Frau, die aufgrund der Kleidung der ersteren sozial gleich gestellt und als Ehefrau gedeutet werden kann. Sie weist mit ihrer ausgestreckten rechten Hand nach unten und nimmt damit das traurige Ende des Helden vorweg. Die Szene ist unten von zwei roten und einer schwarzen Linie gerahmt, seitlich jeweils Efeublätter und oben rot-schwarze Zungen. Die andere Seite zeigt den gleichen Krieger (identischer Schild!) im Kampf mit zwei Zentauren, die Steine werfend auf ihn zustürmen. Will man einen Zusammenhang der beiden Seiten herstellen, könnte die Trauer der Eltern und Gattin über einen im Krieg gefallenen Sohn gemeint sein. Die Kentauren als Synonym für wildwütende Gegner im Kampf sind in der attischen Bildwelt ein vielfacher Topos. Die Szene mit gleicher Rahmung wie Seite A. Am äußeren Rand umlaufend Mäander. Oben umlaufend Blattmuster, an den Henkelflächen Ranken.