Seltenes Muttermilch-Gefäß aus dem Neuen Reich

Kulturraum: Ägyptisch
Periode: 18. Dynastie, Herrschaft des Thutmosis III. bis Amenophis III., 1479-1352 v. Chr.
Material: Terracotta
Dimensionen: 15 cm x 7,5 cm
Preis: 28.000 Euro
Ref: 1159
Provenienz: Sangiorgi Sammlung, Palazzo Borghese Rom bis 1948. Aus dieser Sammlung von Russel Roberts im selben Jahr erworben und seitdem in Familienbesitz. Ausgestellt im Kunsthistorischen Wien von 1. September 2004 bis 1. Jänner 2006.
Erhaltung: Hände, Füße und Kopf des Kindes sowie Henkel auf der Rückseite fehlen, ansonsten jedoch eine meisterliche Arbeit.
Beschreibung: Überaus seltenes Terrakotta-Muttermilch-Gefäß aus der 18. Dynastie, von denen weltweit nur rund 15 Exemplare und Fragmente erhalten sind. Die Mutter knieend mit dem Kind am Schoß dargestellt. Die langen Haare hinten zu einem langen Zopf gebunden, vorne fallen ihr seitlich der Brüste zwei am Ende gelockte Strähnen bis zum Ellenbogen. Die Arme, ebenfalls hochqualitativ gearbeitet, umfassen mit den großen Händen mit langen Fingern das Kind an Bauch und Gesäß. Die meisterliche Arbeit ist etwa an den Oberarmen sichtbar, die teilweise vom zarten, leicht gebeugten Körper abstehen. Das Kind greift mit dem linken Arm zur rechten Brust der Mutter, der linke Arm ruht auf ihrem linken Oberschenkel. Ausguss mit verdicktem Rand am Kopf der Mutterfigur. Die genaue Verwendung dieser Gefäße wird in der Forschung noch diskutiert. Es steht jedoch zweifelsfrei fest, dass hier eine Amme oder Mutter mit einem Kind dargestellt ist. Gleichzeitig kann das Gefäß ungefähr die Menge Milch aufnehmen, die eine Mutterbrust während eines normalen Stillvorgangs abgibt, weshalb die Verwendung als Muttermilch-Fläschchen naheliegend ist. Das Gefäß war mit einem Versicherungswert von 79.000 Euro vom 1. September 2004 bis 1. Jänner 2006 im Kunsthistorischen Museum Wien ausgestellt. Leihvertrag und Übernahmebestätigung vorhanden. Gesockelt.