Spätminoische Larnax

Kulturraum: Minoisch
Periode: 1400-1200 v. Chr.
Material: Terrakotta
Dimensionen: 67 cm x 107 cm x 48 cm
Preis: 80.000 Euro
Ref: 2369
Provenienz: Deutsche Sammlung U. G., Bad Birnbach, erworben vor 1975. Danach in der Schweizer Sammlung von Dr. R. Zuletzt bei Harlan J. Berk, Ltd, Chicago. Publiziert in: Harlan J. Berk Buy and Bid Sale vom 10. Mai 2011, Los 266. Sowie Harlan J. Berk 194th Buy and Bid Sale vom 9. Juli 2015, Los 302.
Erhaltung: Aus wenigen großen Teilen zusammengesetzt. Minimale Füllungen und keine Fehlstellen.
Beschreibung: Seltener, kastenförmiger Terrakotta-Sarkophag mit vier Beinen. Diese Larnax genannten Truhen zur Bestattung imitieren hölzerne Vorgänger und sind aufgrund ihrer außergewöhnlichen Bemalung berühmt geworden. Die Langseiten unserer Larnax sind jeweils mit einem Oktopus bemalt, dessen langen Tentakel sich wellenförmig über die gesamte Fläche verteilen. Die Augen sind groß und rund und starren den Betrachter gleichsam an. Maritime Geschöpfe sind in der minoischen Malerei weit verbreitet, der Oktopus jedoch ist dabei das mit Abstand bedeutendste Motiv. Vergleiche dazu: L. Vance Watrous, „The Origin and Iconography of the late Minoan painted Larnax“ in the Aegean Bronze Age Symposium at the Institute of Fine Arts, New York, October 1983. Sechs massive Tragringe – jeweils zwei an den Langseiten sowie je eine an den Kurzseiten – dienten zum Transport. Der Leichnam wurde in dem vergleichsweise kleinen Sarg nach vorne gebeugt bestattet. Drei Querverstrebungen am Boden verstärkten die Stabilität. Lochungen im Inneren sollten wohl den Zerfall der Körper beschleunigen. Ein außergewöhnliches, hoch museales Objekt.