Steinritzung der San Agustin-Kultur, die wohl als Spielbrett diente
Kulturraum: San Agustin-Kultur/Kolumbien
Periode: 0 bis 500 n. Chr.
Material: Sandstein
Dimensionen: 22,4 cm x 36,2 cm
Preis: 4.000 Euro
Ref: 11088
Provenienz: Österreichische Privatsammlung Prof. Josef Mairitsch (1938-1994) mit der Inventarnummer M30. Erworben zwischen 1960 und Anfang der 1980er Jahre. Seitdem in Familienbesitz. Mit Kopie der Inventarliste und alter Sammlungsnotiz.
Erhaltung: Unrestauriert mit schöner Alterspatina.
Beschreibung: Interessanter, in einen geglätteten Sandstein geritzter Plan, der wohl ein Dorf mit Feldern und Zeremonialplatz zeigt. Die Steinritzung stammt aus der kolumbianischen San Agustin-Kultur. Der Plan entspricht der annähernd dreieckigen Form des Steins. Links sind gleich große Rechtecke untereinander angeordnet, wohl Felder. Rechts davon ist ein größerer Bereich mit einem großen X im Quadrat, der als Zeremonialplatz zu deuten wäre. Ein Pfeil nach unten steht für den Prozessionsweg. Rechts davon sind leicht schräg weitere, größerer Rechtecke angeordnet, vielleicht das Dorf. Ein waagrechter Pfeil nach rechts gibt eine weitere Richtung an. Möglicherweise diente der Plan auch als Spielbrett wie man es aus der peruanischen Chimú-Kultur kennt. In der Hochandenregion spielte man ein Spiel, das unter anderem als Tauva, Chuke oder Kima bekannt ist, um sich in den herausfordernden Wintermonaten die Zeit zu vertreiben und um wichtige Ressourcen zu kämpfen. Man verwendete dabei geschnitzte „Würfel“ aus Holz, um Spielsteine vielleicht von einem Ende des Spielbretts zum anderen zu bewegen. Der Gewinn des Spiels durch einen oder mehrere Spieler vervielfachte symbolisch die Ressourcen und erhöhte die spirituelle Gunst aller in der Gemeinschaft. Gesockelt.




