Apulischer Volutenkrater aus der Werkstatt der T.C.-Gruppe
Kulturraum: Griechisch/Apulien
Periode: Ende 4. Jahrhundert v. Chr.
Material: Terrakotta
Dimensionen: Höhe 52,5 cm
Preis: 16.000 Euro
Ref: 2659
Provenienz: Seit zumindest Mitte der 1980er Jahre in der österreichischen Privatsammlung von Professor Dr. René Clemencic. Damals erworben im Wiener Kunsthandel. Danach im Auktionshaus Kinsky in Wien am 17. Juni 2015, Los 924. Dort erworben vom ehemaligen Direktor der österreichischen Nationalbank Dr. Ewald Nowotny. Bis zuletzt in Privatbesitz.
Erhaltung: Aus zwei Scherben professionell ohne Fehlstelle zusammengesetzt. Minimale Bestoßungen. Ansonsten sehr schön erhalten.
Beschreibung: Sehr dekorativer apulischer Volutenkrater mit rotfiguriger Malerei und Details in Weiß und Gelb. Die zentrale Bildfläche zeigt auf der Vorderseite einen Naiskos, der von zwei Säulen ionischen Stils und einem dreieckigen Dachgiebel gebildet wird. Im Grabtempel sitzt ein nackter Krieger mit lockigem blonden Haar, bei dem es sich um den Verstorbenen handelt, auf einem Felsen nach links. Er hält eine Larnax und einen Piloshelm in der rechten Hand. Über der Larnax mehrere florale Haarkränze, die auf seine Erfolge und seinen hohen Status verweisen. In der linken Hand hält er einen weiteren Haarkranz nach hinten. Sein Schwert schwebt über seiner linken Schulter. Am Hals der großen Vase ist der Kopf einer Frau im Profil nach links in Weiß mit Details in Gelb aufgemalt. Sie trägt einen Sakkos, der ihre Haar bedeckt. Das Porträt wird von Zweigen und Ranken mit Voluten und Blüten flankiert. Über der Szene ein Mäanderband, danach eine umlaufende plastische Rippe in Schwarz und darüber ein Wellenband. Die Rückseite zeigt in der zentralen Bildfläche eine nach links tanzende Mänade im Peplos, die sich einem ihr folgenden, nackten Satyr zuwendet. Sie hält eine Cista in der linken und ein Haarband in der rechten Hand. Ohrringe, Armreifen und Halskette sind in Weiß hervorgehoben. Der Satyr trägt bis auf ein Haarband keinen Körperschmuck. Er hält das Leopardenfell des Dionysos in der rechten Hand sowie einen Zweig, der einem Thyrsos ähnelt in der linken. Die Bildflächen werden auf beiden Seiten unten von einem umlaufenden Mäanderband begrenzt. Darunter setzt der fein profilierte, weit ausladende Ringfuß an. Die monumentale Grabvase hat auf der Schulter vier plastische Schwänenköpfe, dazwischen Zungen- und Eierstabdekor. Die mächtigen, gekehlten Henkel erheben sich weit über den Gefäßrand und enden in den namensgebenden „Voluten“, die auf beiden Seiten plastische Gorgonenhäupter zeigen – auf der Vorderseite mit weißen Gesichtern und blondem Zauselhaar, auf der Rückseite mit tonfarbenen Gesichtern und schwarzem Haar. Die Vase stammt aus der Werkstatt der sogenannten T.C.-Gruppe, was für „Tarent von Canosa“ steht. Die Werkstatt steht in der Nachfolge des Baltimore-Malers. Typisch für die T.C.-Gruppe sind die Gesichter der Figuren, die geöffnete Münder über einer hervorstehenden Unterlippe sowie markante Kinnpartien aufweisen.





