Urartäische Bronze-Statuette einer Priesterin
Kulturraum: Urartäisch
Periode: 8.-7. Jahrhundert v. Chr.
Material: Bronze
Dimensionen: Höhe 10,3 cm
Preis: 6.800 Euro
Ref: 6662
Provenienz: Deutsche Privatsammlung Dr. Rosemarie Kuhn-Lucht, zumindest seit den 1970er bis frühen 1980er Jahre (mit Bestätigung). Danach bei Antikenkabinett Gackstätter mit der Listennummer 03445. Dort erworben am 6. November 2006 von der Schweizer Sammlung Charles und Hedy Indlekofer. Mit Original-Zertifikat von Bernd Gackstätter und der Rechnungskopie von 2006.
Erhaltung: Intakt, nur minimal bestoßen. Die Attribute in den Händen und der Kopfschmuck im Polos waren separat gearbeitet und fehlen heute.
Beschreibung: Vollbronze-Statuette einer Priesterin aus dem urartäischen Reich, das im 9. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien zur Großmacht aufstieg, ehe es nach rund 300 Jahren unterging und von den Medern erobert wurde. Die Frau trägt ein langes, bis zu den Knöcheln reichendes Gewand, das leicht nach außen ausschwingt und in Fransen abschließt. Ihre kleinen runden Brüste sind deutlich akzentuiert. Sie trägt einen zylinderförmigen Polos am Kopf, in den eine Krone aus einem anderen Material (Elfenbein?) eingesteckt war. Der Ziergegenstand wurde über einen noch erhaltenen Stift und eine Niete vorne und eine Lochung hinten am Polos befestigt. Der Kopf der Priesterin sitzt übergroß, aber erhaben auf dem langen Hals auf. Sie blickt aus mandelförmigen Augen zwischen dicken Lidern geradeaus, ihr breiter Mund ist zu einem sanften Lächeln geformt. Das Gesicht selbst ist rund, die Nase breit. Seitlich stehen große Ohren ab, die die unter dem Polos hervorquellenden Lockenreihen nach hinten drücken. Im Nacken formiert sich die Frisur zu zwei dicken Reihen an Buckellocken. Die Frau hat die Arme an den schlanken Oberkörper anliegend nach vorne gestreckt und abgewinkelt. Die Hände sind in Griffhaltung und hielten einst separat gearbeitete und heute verlorene Opfergaben. Vergleiche zur Haltung die Statuette im British Museum mit der Registration number 1874,1003.1. Sowie eine weitere Frauen-Statuette in: Gisela Zahlhaas „Orient und Okzident. Kulturelle Wurzeln Alteuropas 7000 bis 15 v. Chr.“, München 1995, Tafel I. Gesockelt.







