Oberseite eines Sarkophagdeckels

Kulturraum: Ägyptisch
Periode: Spätzeit, 26. Dynastie, 664-525 v. Chr.
Material: Holz
Dimensionen: Höhe 75 cm
Preis: Verkauft
Ref: 1583
Provenienz: Deutsche Privatsammlung, erworben 1975 bei der Galerie Ägyptische Kunst in Göttingen (Katalog 1975, Nr. 36). Danach in der Galerie Roswitha Eberwein in Göttingen und 1988 an die deutsche Sammlung Renate Wald verkauft. Aus deren Nachlass versteigert bei Christie’s London am 26. April 2012, Los 213 (Erlös: 73.250 Pfund). Dort erworben von der deutschen Sammlung Erika Krautkrämer (1932-2022). Bis zuletzt in Familienbesitz.
Erhaltung: Farben zumeist wunderbar erhalten. An der Kalotte und am rechten Arm teils beriebene Stellen und größere Stabiliserungen. An der Rückseite ein Brett, über den der Deckel auch an die Wand gehängt werden kann.
Beschreibung: Prachtvoll bemalter hölzerner Oberteil eines anthropoiden Sarkophagdeckels aus der 26. Dynastie Ägyptens. Die Augenumrandung und Brauen sind in Bronze eingelegt, die Augen selbst sind aus Alabaster, die Pupillen aus opakem Glas. Das Gesicht mit gerader Nase, einem zärtlichen Lächeln und Ohren, die unter der dreiteiligen Perücke hervorschauen. Die Perücke ist mit großen Geierflügeln bemalt, dessen Gefieder überaus fein aufgetragen ist. Am Hals entfaltet sich der monumentale, vielreihige Halskragen („Wesekh“) mit Ornamentbändern und Rosetten, der auf der Schulter in Falkenköpfen endet (auf der rechten Schulter berieben). Darunter die Figur der Himmelsgöttin Nut im enganliegenden roten Gewand mit ausgebreiteten Flügeln. Ihr Name steht in Hieroglyphen innerhalb der Sonnenscheibe, die sie auf dem Kopf trägt. Nut kniet auf einem Tempel mit schwarzem Tor, dessen Fassade ein Schachbrettmuster aufweist. Links und rechts davon mehrere Säulen mit Hierglyphen mit Gebetsfloskeln, am Ende jeweils eine nach innen blickende Figur des Widders von Mendes in grüner Farbe mit geschwungenen Hörnern, Federkrone und Sonnenscheibe. Der Widder wurde Ba-neb-djedet, „die Ba-Seele, der Herr von Djedet" genannt. Er schloss die schöpferische Urkraft der Welt in vier Formen oder "Ba-Seelen" in sich ein, die als Ba-Seelen der ersten vier Herrscher über die Welt galten. Gesockelt.