Skythische Bronze-Statuette eines Hirschkalbs
Kulturraum: Skythisch
Periode: Ende 6. bis Anfang 5. Jahrhundert v. Chr.
Material: Bronze
Dimensionen: 8,8 cm x 11,2 cm
Preis: 3.200 Euro
Ref: 5284
Provenienz: Aus einer amerikanischen Privatsammlung in Kīhei, Hawaii. Erworben am 11. Oktober 1998 bei I. M. Chait in Beverly Hills, Los 252. Mit Kopie der Rechnung.
Erhaltung: Linkes Ohr wieder angesetzt, sonst intakt.
Beschreibung: Fein gearbeitete, schwere Bronze-Statuette eines Hirschkalbs oder jungen Elches, die aus dem Kulturkreis der skythischen Steppenvölker stammt. Das Tier weist auf dem Bauch einen Schlitz auf und war mit den Beinen an einem Objekt, wohl einem Kessel festgelötet, wo es als zoomorpher Griff diente. Das Tier ist in wachsamer Haltung dargestellt. Die runden Augen sind weit geöffnet, die Nasenlöcher am Ende der langen Schnauze aufgebläht. Der Kopf ist angehoben, die übergroßen Ohren sind aufgestellt. Diese Art der Stilisierung ist bei skythischen Tierdarstellungen typisch und soll die erhöhte Wachsamkeit unterstreichen. Der massige Körper ist dagegen naturalistisch gestaltet. Die Muskulatur an Schulter und Schenkel sowie die Proportionen des Rückens und der Beine sind fein ausgearbeitet. Hinten am runden Gesäß steht ein kleines Schwänzchen ab. Vergleiche einen ähnlichen zoomorphen Henkel (allerdings aus Gold) von einem Kessel aus dem „Kurgan“ (Grabhügel) in Chochlatsch, der heute in der Eremitage St. Petersburg mit der Inventarnummer 2213/13 aufbewahrt wird. Publiziert in: Wilfried Seipel (Hrsg.) „Gold der Steppe. Sensationsfunde aus Fürstengräbern der Skythen und Sarmaten“, Leoben 2007, S. 236, Nr. 90. Vergleiche zur Darstellung von Gesicht und Ohren auch den Stangenaufsatz in derselben Publikation S. 128, Nr. 12. Auf Acrylsockel.





