Kalksteinstele mit dem Porträt eines Knaben aus der Provinz Africa

Kulturraum: Römisch/Provinz Africa
Periode: 3. Jahrhundert n. Chr.
Material: Kalkstein
Dimensionen: 56 cm x 33 cm
Preis: 8.000 Euro
Ref: 3395
Provenienz: Französische Privatsammlung Saint-Raphaël, mit französischem Antikenpass.
Erhaltung: Ein Fragment von schöner Qualität.
Beschreibung: Fragment einer Kalkstein-Stele aus der römischen Provinz Africa (heute Tunesien), das einen stehenden Knaben mit pausbäckigem Gesicht und dichtem, gelocktem Haar zeigt. Er trägt eine Tunika und hält in seiner nach außen gehaltenen linken Hand eine Schriftrolle. Mit der herabhängenden Rechten hält er das Ende seiner um die linke Schulter geworfenen Toga. Die Bulla, die auf einem Band um den Hals trägt verrät, das er das Erwachsenenalter noch nicht erreicht hat. Die Römer übernahmen von den Etruskern den Brauch, Kindern unmittelbar nach der Geburt zur Abwehr von Zauber, vor allem des Bösen Blicks, eine Bulla umzuhängen, in deren Hohlraum sich ein Amulett befand. Bulla und Toga machen deutlich, dass der Knabe, obwohl aus der Provinz Afrika stammend, als römischer Bürger galt. Seine „Romanitas“ wird auch durch die Schriftrolle deutlich, die nicht nur für Gelehrsamkeit steht, sondern auch an die Darstellungen von Senatoren, Gelehrten und Kaisern des Reiches erinnern soll. Über dem Knaben erkennt man noch die Körper zweier Genien, die eine Girlande mit zentraler Rosette über dem Kopf des Knaben halten. Vergleiche zum Typus des Knaben mit Bulla, Toga und Schriftrolle die Stele in Yale University Art Gallery mit der Inventarnummer 1984.121. Gesockelt.